austropack Ausgabe 2019 | 02

18 2|2019  AUSBI LDUNG | FACHKRÄFTE Im Gespräch mit Dr. Michael Washüttl „Der Nachwuchs strebt nach Lösungen“ Dr. Washüttl, in Österreich klagt man in den unterschied- lichsten Bereichen über einen Mangel an Fachkräften. Auch in der Verpackungsbranche? Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind überall ge- fragt. Ich denke, wir brauchen gut ausgebildete Leute mit neuen Ideen, um Lösungen für aktuelle Problemstellungen generieren zu können. In den nächsten Jahren werden dabei vor allem die Themen Nachhaltigkeit, Rezyklierbarkeit und ökologischer Fuß- abdruck im Fokus stehen. Die Öffentlichkeit verbindet diese Themen vor allem mit der Lebensmittelindustrie und der Ver- packungsbranche – die Plastiksackerl-Debatte ist da nur die Spitze des Eisbergs. Gerade in die Verpackungsbranche setzt man große Hoff- nungen, und erwartet von ihr neuartige Lösungen, die ökologisch unbedenklich sind. Im Verständnis vieler Kon- sumenten bedeutet das: Verpackungen, die ganz ohne Kunststoff auskommen. Aus heutiger Sicht ist das nicht umzusetzen, ohne Abstriche bei der Produktsicherheit und Qualität machen zu müssen. Und, das wissen nur leider die wenigsten, gänzlich auf Kunststoff zu verzichten, bedeutet nicht automatisch ökologischer zu leben oder zu produzie- ren. Ziehen wir das eingangs erwähnte Plastiksackerl als Beispiel heran. Kaum jemand weiß, dass die Alternativen ökologisch wenig attraktiv sind. So wird für die Herstellung von Papiersackerln rund viermal so viel Wasser verbraucht wie bei der Erzeugung von Plastiksackerln, und es werden rund dreimal so viele Treibhausgase ausgestoßen. Wer denkt, Baumwolltaschen sind die Lösung, irrt sich: Diese müssen weit über hundertmal verwendet werden, um eine bessere Umweltbilanz aufzuweisen. Was ich damit sagen will: Diskussionen werden oft sehr einseitig geführt, und das weder zum Vorteil für die Umwelt, noch für die Ver- packungsbranche. Hier fehlt es an umfassenden Studien, die die gesamte Wertschöpfungskette miteinbeziehen, und In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bildungsniveau in Österreich gewandelt. Auf der einen Seite gibt es immer mehr Menschen mit einem Hochschulabschluss, auf der anderen Seite klagt die Wirtschaft über den Mangel an Fachkräften – auch in der Verpackungsbranche. Wie sehen das private Forschungseinrichtungen, die auf hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen sind, und eng mit der Industrie zusammenarbeiten? Um das herauszufinden, haben wir Dr. Michael Washüttl, Leiter des Fachbereichs Verpackung & Lebensmittel am OFI Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik, zum Gespräch gebeten. ������������������������������������������

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