GASTWIRT Ausgabe 2018|06

Gastwirt 2018 / 06 190 Jahre sind ein Alter, auf das man als eigentümergeführtes Unternehmen in Österreich mächtig stolz sein kann – so etwa das GroßhandelshausKASTNER, das heuer im September seinen runden Geburtstag ausgiebig feiert. Der GASTWIRT hat schon vorab gratuliert, und mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Christof Kastner über Expansionspolitik, Masterpläne, frittierte Fischschuppen und Insta-Stories geplaudert. „Wir sind Jäger, nicht die Gejagten!“ Herr Kastner, erst einmal herzliche Glückwünsche zum Geburtstag Ihres Unternehmens – falls man das so sagen kann …Denn vor 190 Jahren – 1828 – wurde, als erster schriftlicher Nachweis eines Gemischtwarengeschäftes der Familie Kastner imWaldviertel ein Steuerbescheid ausgestellt. Beachtlich! Kennen Sie Geschichten aus dieser Zeit? Geschichten? Nun ja, ich war ja selbst nicht dabei (lacht). Aber sicher – vieles weiß ich aus Erzählungen. Zum Beispiel, dass mein Urgroßvater 1903 in eine alte Zwettler Kaufmannsfamilie hineingeheiratet hat und das der Anfang von KASTNER war, wie es uns heute gibt. Er hat damals „FranzKastnersWarenhalle“ gebaut, und den Anspruch gehabt, dass man in Zwettl so einkau- fen können muss, wie in einer Weltstadt – also Paris oder Wien, das war schon visionär…DieWarenhalle hatte eineGalerie und war eineinhalb Stock hoch – das war nicht nur für Zwettl beacht- lich in dieser Zeit. Es gab alles, was die Leute gebraucht haben: Lebensmittel, Holzschuhe, Werkzeug, Kohle, Brennmaterial, Textilien – und diesen Anspruch leben wir heute noch, wie der aktuelleKASTNER Slogan zeigt: „Einer für alles. Seit 1828.“. Weder die Warenhalle, noch das allererste KASTNER Ge- schäft gibt es heute noch, aber ganz anschaulich lässt sich die KASTNER-Vergangenheit in unserer ehemaligen Filiale in Kirchbach bei Rappottenstein nachspüren. Das ist noch im- mer ein Bedienungsgeschäft, es wird geführt von zwei weit- schichtig verwandten älteren Damen und es ist nur halbtags offen – so wie es vor fünfzig Jahren überall war. Die Auswahl ist überschaubar, trotzdem ist ein Besuch dort ein Erlebnis, ein lebendes Museum, als wäre die Zeit stehen geblieben! Ge- schäfte wie diese gibt es nur mehr eine Handvoll, das ist also etwas ganz Besonderes. B U S I N E S S

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