GASTWIRT Ausgabe 2019 | 03

Gastwirt 2019 / 03 I N F R A S T R U K T U R RISIKOANALYSE Wellness – endlich ein paar entspannte Tage. Sie sindGast und ziehen gemächlich ein paar Bahnen imPool. Wie erfrischend! Doch…oje, was treibt denn da für ein braunes Häufchen vorbei – es wird doch nicht…??! Sollten Sie im echten Leben selbst einWellness-Hotel betreiben, dann wissen Sie, was jetzt zu tun ist – beziehungsweise, wen Sie zur Hilfe holen können, oder nicht? „Sollte – wem auch immer – ein Malheur passiert sein, ist das im Grunde kein Problem“, beruhigt Andrea Pfleger, Hygiene- expertin und Fachbuchautorin. Leider ist es in der Praxis oft so, dass sich in so einem Fall keiner zuständig fühlen will und Angestellte schnell das Weite suchen, um die Kacke nicht ein- sammeln zu müssen…“ Dabei wäre das mit einem Kescher oder einemGummihandschuh schnell erledigt und sehr wich- tig, „dass es schnell passiert…“ Geschwindigkeit sei überhaupt das Um- und Auf, wenn es um kleine und größere Notfälle ginge – im Wellnessbe- reich besonders. „Wenn jemand stürzt, ein Badegast nach dem Saunagang kollabiert oder ein Gewitter aufzieht, wäh- rend noch Gäste weit draußen im See planschen – schnelle Hilfe hat schon viele echte Katastrophen verhindert!“ Da- mit es im Bedarfsfall schnell gehe, wäre aber gut geschultes Personal vonnöten und ein entsprechender Notfallplan – eine Risikoanalyse. Pfleger ringt die Hände: „Wenn ich das in einer Beratung anspreche, pflichten mir alle eifrig bei, aber wenn ich nach der Risikoanalyse des Betriebes frage, schauen mich die meisten Hoteliers nur fragend an!“ Haben Sie eine Risikoanalyse? Eigentlich sollte jeder Hotelier, der über einen Well- ness-, Sauna- oder Poolbereich verfügt, eine Risikoanalyse griffbereit haben. „Tatsächlich ist es nur ein Bruchteil, wir können die Zahlen leider nur schätzen“, so Andrea Pfleger kopfschüttelnd. „Wenn etwas passiert ist, ist es zu spät – die Risikoanalyse dient dazu, Schwachstellen aufzuzeigen und der Belegschaft ein Instrumentarium an die Hand zu geben, um im Notfall richtig zu reagieren!“ Hoteliers, die vor kurzem um- oder neu gebaut hätten, wären in diesem Punkt im Vorteil: „Spätestens mit dem Abschluss eines Um- oder Neubaus und zur Eröffnung der Wellnessanlage muss die Risikoanalyse der Behörde vorgelegt werden.“ Was ist eine Risikoanalyse? Wer ein Schwimmbad in seinem Betrieb errichtet, muss sich mit der Ö-Norm EN 15288 befassen. Diese Norm schreibt unter anderem vor, eine jährliche Risikoanalyse durchzuführen. Sie dient der Überprüfung und Doku- mentation aller Anforderungen, die eine sichere Betriebs- führung von Schwimmbädern und Wellnessbereichen garantieren. Die Risikoanalyse für den Nassbereich soll vor allem Personenschäden vorbeugen – die Ö-Norm gibt dabei als Leitfaden die wichtigsten Themen für die Er- stellung der Analyse vor. Dazu zählen unter anderem Aus- rutschen und Stürze, Unfälle im Wasser, Feuer, Gewitter, Kontakt mit Chemikalien aber auch die Wasserverunrei- Lästiges Übel der Unternehmensführung oder effektives Sicherheitsmanagement?

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