GASTWIRT Ausgabe 2019 | 07

Gastwirt 2019 / 07 „JOHN, WIE MACHST DU DAS EIGENTLICH ...?“ DOPPELTE MENGE, GLEICHE KOSTEN… Johann Fiedler hat technische Mathematik studiert, dann eine EDV-Firma gegründet und zuletzt einen Kindergarten ge- führt – jetzt betreibt er einen Cateringbetrieb, der jeden Tag 3.000 Essen produziert. Thomas Donleitner: Mein lieber John, du hast da eine tolle Geschichte – wie ist es dazu gekommen? Johann Fiedler (lacht): Ich bin ein Zahlenmensch, ich rechne gerne und verdiene gerne Geld – mit der EDV-Firma und dem Kindergarten war ich zu ihrer Gründung jeweils am Puls der Zeit und bin in stark wachsende Märkte eingestiegen. Und mit dem Catering? Ist es genauso (lacht) – vielleicht ist das sogar der größte Markt: Schulverpflegung, Kindergartenverpflegung, Essen für Pflegeheime oder einfach für Büros – die Nachfrage ist enorm. Zuerst haben wir das Essen für unseren Kindergarten zugekauft – das war nicht wirklich befriedigend. Dann haben wir selbst gekocht – das hat großartig funktioniert. Und plötz- lich hat mich die Leiterin des benachbarten Kindergartens ge- fragt, ob ich sie auch beliefern würde – das haben wir getan und scheinbar waren wir gut. Ab dem Zeitpunkt wurden es laufend mehr Kunden. Und die Küche wurde zu klein? Sogar sehr bald – wir hatten ja zu Beginn nur eine Haushalts- küche. Aber für 150 Essen hat es gereicht. 300 gingen gerade noch – aber dann war klar, dass ich mich nach einer neuen Kü- che umsehen muss. Kurz sah es so aus, als würden wir in den DC-Tower einziehen – daher auch unser Firmenname – aber dann ist es diese alte Bankfiliale in der Linzerstraße geworden. Und die reicht jetzt vom Platz? Du wirst lachen – gefühlt wird sie immer größer. Laut mei- ner Betriebsanlagengenehmigung dürfte ich durchgehend kochen – aber um 13:00 sind wir jeden Tag fertig. Und zu einem guten Teil sind deine Geräte schuld, lieber Thomas! Uj, das tut mir jetzt leid…. (grinst) Ja, es ist unglaublich, wir sind in den letzten Jahren rasant gewachsen – derzeit produzieren wir ca 3.000 Essen täglich – und ich habe sehr bald angefangen, mich umzusehen, was uns die Arbeit erleichtern könnte. Erstens, von der Zeit her – zweitens von der Qualität her und drittens natürlich was die Kosten betrifft. Du darfst nicht vergessen, ich bewege mich in einem Markt, wo ein Essen im Verkauf drei Euro kosten darf – also wir sprechen von drei Gängen, natürlich. (grinst) Das geht sich übers Jahr gerechnet auf die großen Mengen, die ich benötige gut aus, aber natürlich nur, wenn ich sorg- fältig rechne. Und wie gesagt – das kann ich gut! Also sparst du nicht bei den Lebensmitteln? Definitiv nicht! Wir haben wunderbare Lieferanten, Fleisch beziehe ich zu hundert Prozent aus Österreich, Obst und Frisch, große Mengen, energieeffizient, schnell soll’s gehen und gut schmecken natürlich. Küchenchefs und -chefinnen, die dieses Kunststück schaffen, haben meist eine Erklärung dafür. In unserer Reihe „Von Chef zu Chef “ macht sichThomas Donleitner, selbst Küchenmeister, auf die Suche nach diesen Geheimnissen. Für Sie stellt er Kollegen die entscheidende Frage: „Sag , wie machst du das eigentlich?“ THOMAS DONLEITNER IM GESPRÄCH MIT JOHANN FIEDLER, EIGENTÜMER DC CATERING IN WIEN Powered by RATIONAL B U S I N E S S

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