GASTWIRT Ausgabe 2019 | 07

Gastwirt 2019 / 07 Illegales Musik-Streaming in der Gastronomie kann teuer werden Viele Hotel- und Lokalbetreiber in Österreich spielen mit dem Feuer: Sie lassen in ihren GasträumenMusik über Spotify, Youtube oder andere Streaming-Dienste laufen – doch das ist illegal. Diese Services sind nämlich für öffentliche Aufführungen nicht zugelassen und es drohen hohe Geldbußen. Auch das Abspielen von Radiosendern ist nicht rechtskonform, wenn keine gesonderte GIS-Gebühr entrichtet wird. Gänzlich verzichten sollten Gastronomen und Hoteliers aber trotzdem nicht auf Musik in IhremBetrieb. Denn: Musik wirkt. Hintergrundmusik in Lokalen oder Hotelhallen ist sinn- voll: zu diesem Ergebnis kam eine von AKM und dem Ver- anstalterverband Österreich (VVAT) in Auftrag gegebene Untersuchung im vergangenen Jahr, die sich mit den „Bedin- gungs- und Wirkungsfaktoren von Musik in Hotellerie- und Gastronomiebetrieben“ beschäftigt. Die zentralen Kernaussa- gen der wissenschaftlichen Studie: Egal ob schneller Beat oder entspannte Klavierbegleitung – Musik wirkt auf alle Ebenen des menschlichen Gehirns ein und aktiviert Emotionen. So lässt sich durch den richtigen Einsatz von Musikstücken im Betrieb gut eine bestimmte Atmosphäre kreieren. Sie macht den Aufenthalt in einem Gastronomie- oder Hotelbetrieb gemütlich, versetzt den Gast in Stimmung oder animiert zur Konsumation oder zumTanzen. Der Einsatz passender Musik hebt außerdem das Wohlgefühl – und zufriedene Gäste blei- ben länger, konsumieren mehr und kommen gerne wieder. Auch der Eintritt in ein Lokal fällt Gästen leichter, wenn sie sich von der Musik angesprochen fühlen und sie hebt die Lau- ne der Mitarbeiter. Wichtig ist dabei aber, dass für die Gäste Musik und Betrieb zusammenpassen– doch dafür müssen Unternehmer ihre gewünschte Musik erst einmal finden – und erwerben… Finden ist einfach… Im Internet gibt es alles – natürlich auch die richtige Musik für Ihr Lokal. Aber Achtung: Viele Gastronomen streamen mun- ter drauf los und ignorieren geflissentlich die geltende Rechts- lage. Die gängigen Streaming-Dienste dürfen entsprechend ihrer AGBs nur privat genutzt werden. Sonst kann die Musik- industrie Schadenersatz verlangen – und das kann, vor allem I N F R A S T R U K T U R

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