GASTWIRT Ausgabe 2019 | 08

Gastwirt 2019 / 08 Die Digitalisierung ist in der Hotellerie längst angekommen, keiner hinterfragt heute noch die Notwendigkeit eines On- line-Buchungssystems, Webshops oder einer Hotelsoftware – und immerhin sieht sich gar jeder zweite Hotelier bei der Umsetzung neuer digitaler Trends vorne mit dabei. Das Er- folgsrezept? „Know-how und Ausbildung sind der Schlüssel“ – so die Kernaussage der Studie „Hotellerie 4.1“, die im Som- mer vom Marktforschungsinstitut Roland Berger im Auftrag vom Hotelverband Deutschland (IHA) und der Österreichi- schen Hoteliervereinigung (ÖHV) veröffentlicht wurde. Digitalisierung als Chance Hat das Stichwort „digital“ unter Unternehmern vor eini- gen Jahren noch heftiges Kopfschütteln ausgelöst, sieht der Großteil die Digitalisierung heute als Chance: „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die Hotellerie vor allem die Möglichkeit schätzt, im Internet neue Gäste anzu- sprechen und so die Auslastung zu steigern. Außerdem er- möglichen die digitalen Abläufe ein effizienteres Arbeiten, maßgeschneiderte Systemlösungen und eine Entlastung der Mitarbeiter“, erklärt Markus Gratzer, Generaldirektor der ÖHV. Luft nach oben bestünde hingegen in den Betrieben noch im Hinblick auf die Customer Journey: „Während der Gast an einigen Touchpoints, wie der Buchung oder bei der Hotelsuche, digital bereits gut abgeholt wird, gibt es noch einiges an Potenzial für Zusatzangebote während des Auf- enthaltes“, meint Studienautor Dr. Vladimir Preveden von Roland Berger. Auch die Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, werden von den Unternehmern bewusst erkannt und aufmerksam beobachtet: „Zum Beispiel, dass der Wett- bewerbsdruck durch das Internet steigt, dass die Zusammen- hänge komplexer werden und dass auch die Datensicherheit anspruchsvoller und wichtiger wird“, so Preveden. Stillstand sei in Zeiten des Internets also keine Option; online buchbare Zimmer, eine responsive Website und die aktive Betreuung von Facebook und Instagramnicht mehr Kür, sondern Pflicht! In die Zukunft investieren Sind Suchmaschinenoptimierung und Revenue Manage- ment mittlerweile in den Marketingabteilungen bestens etabliert, werden nun auch erste Schritte in Richtung auto- matisierter Kommunikation gesetzt. „Chatbots und Sprach- assistenten wie Siri, Alexa und Co. nutzt zwar heute nur ein Bruchteil der Unternehmer für sich – vor allem in puncto Datenschutz gibt es da nämlich noch einige wichtige Fragen zu klären. In den nächsten Jahren wird sich das aber mit Si- cherheit ändern!“, sieht Gratzer die Zukunft in der digitalen Kommunikation. Testweise ließe sich das ja schon einmal intern ausprobieren – denn laut Studie würden die Betriebe in den nächsten Jahren vor allem in Lösungen zur mobilen Weiterbildung und in Tools für Teamkommunikation in- vestieren. Gratzer ist sicher: „Der Bedarf an Know-how in der Branche steigt rasant. Will man digital vorne mit dabei sein, muss man am Ball bleiben.“ Gefordert wird in diesem Zusammenhang daher auch eine zeitgemäße Ausbildung für Neun von zehnHoteliers wissen: wer mit der Zeit gehen will kommt nicht umhin, der Technik eine Chance zu geben und seinen Betrieb zu digitalisieren. Die Schlagworte „Internet ofThings“, „Automatisierung“ oder „Connectivity“ provozieren heute keine fragenden Blicke mehr. ImGegenteil erleichtert die Technik der Hotellerie sogar tagtäglich ihre Arbeit – in der Küche, imWellnessbereich, imHotelzimmer und an der Rezeption. ImOnlinezeitalter gilt jedoch: derWeg ist das Ziel, denn das Internet schläft nicht…Aus- undWeiterbildungen helfen, amBall zu bleiben! I N F R A S T R U K T U R Hotellerie 4.1 © iStock.com

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