UmweltJournal Ausgabe 2019 | 03

Mai 2019/ UmweltJournal 17 A BWA S S E RT ECHNOLOG I E Dissolved Air Flotation (DAF) – Bewährte Abwasserreinigungsmethode Flotation erzielt hohe Abscheidegrade Neben einem gestiegenen Abwasseranfall stehen Betreiber von industriellen und kommunalen Abwasserreinigungsanlagen vor der Herausforderung strenger werdender Einleitvorschriften bei gleichzeitig höheren Rohwasser-Verschmutzungsgraden. Speziell bei bestehenden Anlagen, die aufgrund eines gesteigerten Durchsatzes oftmals weit über die Auslegung hinaus betrieben werden, kann es durchaus Sinn machen die bestehenden Konzepte zu optimieren oder zur Gänze zu überdenken. In beiden Fällen kann Flotationstechnologie eine effiziente Alternative zu herkömmlichen Abscheideanlagen darstellen. A ufgrund ihres Wirkprin- zips ist eine Flotations- anlage die überlegene Methode zum Abscheiden von spezifischleichtgewichtigenStof- fenauswässrigenLösungen. Aus- gehend von ihrem Ursprung in der Papierindustrie finden Flota- tionsanlagen heutzutage in vielen Bereichen ihre Anwendung, so zumBeispiel in der kommunalen Technik, in der Nahrungsmittel- industrie, in Gerbereien, als Vor- behandlung zur Umkehrosmose (SWRO Pre-Treatment) oder im Bereich Öl und Gas. Kurz zu- sammengefasst: überall dort, wo es sich bei den abzuscheidenden Stoffen um Schwebeteilchen oder um leicht aufschwimmbare Teilchen – wie zum Beispiel Öle und Fette, Trübstoffe oder Algen – handelt, ist eine Flotationsanla- ge eine richtigeWahl. Den ersten Prozessschritt stellt in der Regel die chemische Vorbehandlung des Rohwas- serstroms dar, grundsätzlich in Form von Koagulation und Flockulation. Während bei der Koagulationmittels zumBeispiel Eisen- oder Aluminiumchlorid abzutrennende Stoffe aus dem Medium ausgefällt werden, bil- den sich bei der Flockulation feinste Flockenverbände, die in weiterer Folge durch die Flota- tion zum Aufschwimmen ge- bracht werden. Je nach Einsatz und Anwendungsgebiet ist diese chemische Vorbehandlung zur Gänze, nur teilweise oder aber auch gar nicht erforderlich. Den zentralen Bestandteil einer jeden Flotationsanlage bil- det die Begasungseinheit. Eine stabileBlasenbildungerfolgt hier- bei durch Druckentspannung, wobei tausende, feinste Mikro- bläschen in der Größenordnung von30bis60Mikrometererzeugt werden. Der chemisch vorbe- handelte Rohwasserstrom wird sodann mit diesen Mikrobläs- chen in einer dafür geeigneten Zone vermischt. Dabei lagern sich diese Bläschen an die Flo- ckenverbände an und verringern dadurch deren spezifisches Ge- wicht. Sobald jenes Gewicht das spezifische Gewicht von Wasser unterschreitet, flotieren die Bläs- chen-Flockenverbände an die Oberfläche, vonwosiemit einem Spiral- oder Bandräumer abge- schöpftwerden. Je nach Anwendungsgebiet ergeben sich unterschiedliche Abscheideleistungen. So wird zumBeispiel bei derBehandlung von Abwasser in einer Molkerei (Produktion von Mozzarella) eine Reduktion der abfiltrierba- ren Stoffe von über 90 Prozent erzielt. Zugleich verringert sich der chemische Sauerstoffbedarf um mehr als 60 Prozent und der Phosphatgehalt von 20 Mil- ligramm pro Liter (mg/l) auf unter 5 mg/l. In diesem Zu- sammenhang sichern mobile Versuchsanlagen den Einsatz und die jeweiligen Performance- daten im Vorhinein ab und erhöhen zudem die Abscheide- leistungdurcheineOptimierung des Chemikalieneinsatzes. Ein weiterer Vorteil von Flotationsanlagen ergibt sich durch die relativ gute Phosphor- abscheidung, wobei der leicht verfügbare sowie der an Fest- stoffteilchen gebundene Phos- phoranteil einfach und wirksam über den Schlamm ausgetragen wird. Ähnlich verhält es sich mit der organischen Belastung (CSB) sowie mit der Trübheit. Für letztere ergeben sich die besten Ergebnisse durch Kom- bination von Flotation und Fil- tration – zum Beispiel kompakt verbaut in einer einzigenAnlage, mit automatischerRückspülung. Im Vergleich zu herkömm- lichen Sedimentations- oder Absetzanlagen fällt die Wahl, nicht zuletzt durch das oftmals beschränkt vorhandene Platzan- gebot, auf ein Flotationssystem. Wirtschaftlich begründbar ist der Einsatz von Flotationsanla- gen in der Regel durch eine deut- liche Reduktion der anfallenden Entsorgungs- beziehungsweise Weiterverarbeitungskosten. Zu- dem stehen die einmaligen An- schaffungskosten sowie die re- lativ geringen laufenden Kosten in Form von Strom und – sofern erforderlich – Chemikalien für den wirtschaftlichen Vorteil von Flotationsanlagen. In den meis- ten Fällen ergeben sich sehr kur- ze Amortisationszeiträume von wenigen Jahren. ÖWAV-Veranstaltungstermine Informationen, Anmeldung und Auskünfte für Aussteller: Christina Maier , Tel. +43-1-535 57 20-88, maier@oewav.at MartinWaschak , Tel. +43-1-535 57 20-75, waschak@oewav.at www.oewav.at/kurse-seminare 1. ÖWAV-Kurs„Umgang mit Asbest und schadstoffbelasteten Baumaterialien“ 20. Mai 2019, Fleming‘s Conference Hotel, Wien 1. ÖWAV-Kurs„Das ABC des Baurechts“ 13. Juni 2019, Fleming‘s Conference Hotel, Wien Erfahrungsaustausch Deponien 25. Juni 2019, D3 Convention Center, Wien Versicherung von Abwasserentsorgungsanlagen – Vorstellung des ÖWAV-Arbeitsbehelfs 7 27. Mai 2019, Wirtschaftsunversität Wien Österreichische Abfallwirtschaftstagung 2019„VomWert- zumWerkstoff – Die Umsetzung des EU-Kreislaufwirtschaftspakets in Österreich“ 15.-17. Mai 2019, Kultur Kongress Zentrum, Eisenstadt Abfälle richtig und sicher lagern! Aktuelle rechtliche und technische Anforderungen – Mit aktuellen Informationen zum ÖWAV-Regelblatt 37„Umgang mit Löschwasser“ 5. Juni 2019, Bundesamtsgebäude, Wien Niederschlag-Abfluss-Modellierung – Vorstellung des ÖWAV-Regelblatts 220 6. Juni 2019, Bundesamtsgebäude, Wien Netzwerktreffen Kompost: Kompostierung – die„billige“ Entsorgungsschiene? 24. Oktober 2019, Wirtschaftskammer Salzburg Sedimentmanagement in alpinen Einzugsgebieten – Präsentation des ÖWAV-Regelblatts 305 27. Juni 2019, Bundesamtsgebäude, Wien VomMakro- zumMikrokunststoff –Wo ist die Abfallwirtschaft gefordert? 17. September 2019, Universität für Bodenkultur Wien Kommunale Abfallwirtschaft – Herausforderungen, Strategien und Praxis 10. Oktober 2019, NÖ Landhaus, St. Pölten Österreichische Umweltrechtstage 2019 4.-5. September 2019, Universität Linz Sujet UJ 3_19_270x200.indd 1 11.04.2019 09:04:10 KWI International GmbH mit Sitz in Ferlach, Kärnten, ist ein international tätiger Hersteller von Flotationsanlagen sowie ein Anbieter von komplexen Systemlösungen im Bereich der Wasseraufberei- tung. Die Einsatzbereiche umspannen unter anderem die Papierindustrie, die Nahrungsmittel- und Trinkwasserproduktion sowie die Aufbereitung von industriellen und kommunalen Abwässern. Foto: KWI

RkJQdWJsaXNoZXIy MjY5MzI=