UmweltJournal Ausgabe 2019 | 03

Mai 2019/ UmweltJournal 7 R EC YCL I NG | ENTSORGUNG Smarte Lösungen für mehr Bürgerservice „Schlaue Mülltonnen und Wertstoffscanner“ Saubermacher entwickelt mit Hilfe digitaler Technologien innovative (Entsorgungs-) Leistungen für Gemeinden. Die Einwohner und Betriebe profitieren von maßgeschneiderten Angeboten, höherer Transparenz und einer „enkerltauglichen“ Umwelt. Ralf Mittermayr, Sprecher des Vorstands bei Saubermacher, informiert über die aktuellen Entwicklungen im kommunalen Bereich. Was verbirgt sichhinter demBegriffSmart Services? Mittermayr: Saubermacher ent- wickelt mit Hilfe digitaler Tech- nologien neue Kundenservices. Daher auch „Smart Services“. Schon seit einiger Zeit gibt es die Service App „Daheim“ und das Saubermacher Kundenportal. Neu hinzugekommen sind nun die schlauen Mülltonnen und der Wertstoffscanner. Seit einem halben Jahr läuft der Testbetrieb. SchlaueMülltonnen? Was ist das genau? Das sind Mülltonnen, die mit einem Hightech-Sensor ausge- stattet sind. Der Sensor „ANDI“ erkennt mittels komplexer Ver- fahren und Ultraschall beispiels- weise wie voll der Behälter ist und verfügt über eine Brandmelde- funktion. Es geht darum, neue in- dividuelle Services, wie etwa den Bedarf an Zwischenabholungen, zu testen. Die Brandmeldefunk- tion ist zum Beispiel für Müll- sammelstellen interessant. Undwasmacht der angespro- cheneWertstoffscanner? Der Wertstoffscanner ist eine im Müllsammelfahrzeug verbaute Apparatur, die mit Hilfe von Sen- soren und Multispektralkameras die qualitative Zusammensetzung des Abfalls erkennt. Das Besondere ist, dass jeder Bürger direktes Feed- back über die eigene Trennqualität erhält. Die Gemeinde bekommt einen Gesamtüberblick. Das Kon- zept ist weltweit einzigartig. WeißnunSaubermacher beziehungsweisedie Gemeinde genau, was sich inmeinemAbfall befindet? Nein, natürlich nicht. Der Scanner erfasst „nur“ qualitativ die im Ab- fall enthaltenen Materialien, etwa ob sich beispielsweise Karton oder Kunststoff im Restmüll befinden, und nicht was konkret im Abfall ist, etwa die Plastiktasche einer bestimmten Handelskette. Was bringt das der Gemeindekonkret? Die Gemeinde profitiert von effi- zienteren und flexibleren Services mit mehr Transparenz. Gleich- zeitig kann sie den Bürgern und Betrieben bedarfsgerechte Entsorgungsleistungen anbieten. Das direkte Feedback und die Transparenz verbessern die Müll- trennmoral wesentlich. Gerade bei Restmüll ist der Fehlwurfanteil mit rund 70 Prozent sehr hoch. Die Hälfte davon sind Wertstoffe, die für das Recycling verloren sind. Und: Restmüll ist die teuerste Abfallart. Das Optimierungs- potenzial ist groß und man hat einen wesentlichen Hebel zur Erreichung der EU-Kreislaufwirt- schaftsziele auf lokaler Ebene. Wo sinddieSmart Services imEinsatz? 225 Gemeinden in Österreich und Slowenien setzten auf die „Da- heim“ App. Seit dem letzten Jahr testen wir in Rahmen verschiede- ner Pilotprojekte in den Gemein- den Feldkirchen bei Graz und Rie- gersburg sowie der Stadt Villach unsere intelligenten Mülltonnen und den Wertstoffscanner. In Nie- derösterreich läuft ein Pilotprojekt im Bezirk Horn gemeinsam mit der Austria Glas Recycling rund autoloadbaler.de „Wir laufen 4.000 Stunden weniger bei der Entsorgung.“ Tobias Mettmann, Assistent der Produktionsleitung, J.G. WEISSER SÖHNE GmbH & Co. KG AutoLoadBaler – die Zeitmaschine Halle 4 | Stand 349 Sparen auch Sie Zeit bei der Entsorgung und besuchen Sie: „Der Testbetrieb läuft noch bis Juni. Wir werden die Ergebnisse auf der Kommunalmesse in Graz vorstellen.“ Ralf Mittermayr, Sprecher des Vorstands bei Saubermacher Der Sensor „ANDI“ erkennt wie voll der Behälter ist und verfügt über eine Brandmeldefunktion. Der Wertstoffscanner ist eine Apparatur im Müllsammelfahrzeug, die die Qualität des Abfalls erkennt. Villachund Saubermacher testen „schlaue“ Services Das Projekt „Smart Waste“ beschäftigt sich mit neuen (Bürger-)Services im Bereich Abfallentsorgung sowie um- fassenden digitalen Anwendun- gen für die Stadt selbst. Neben der Bewusstseinsförderung für Umweltthemen stehen indi- viduellere Leistungen für den Einzelbürger als auch smarte Anwendungen für die Stadt im Fokus. Intelligente Müll- tonnen und moderne Wert- stoffscanner spielen dabei die Hauptrollen. Durch die direk- te Kommunikation mit den Bürgern über die Service App „Daheim“ ist das Konzept von Saubermacher in Österreich einzigartig. Die Pilotphase star- tete in einem Testgebiet in der Stadt Villach im Oktober 2018 und dauerte bis April 2019. Im ersten Schritt kamen in Müll- tonnen (Hausmüll, Altpapier und Verpackungsglas) verbaute Hightech-Sensoren zum Ein- satz; als nächstes folgten mit Wertstoffscanner ausgestattete Müllfahrzeuge, die das richtige Mülltrennen unterstützen. „Das Projekt ‚Smart Waste‘ bringt für die Bürger zahlreiche Vorteile, erhöht es doch die Effizienz der Abfallsammlung und reduziert deren Kosten“, so Villachs Bür- germeister Günther Albel (links im Bild neben Ralf Mittermayr, Saubermacher AG). SmartWaste auf der Österr. Kommunalmesse 27. – 28. Juni 2019 MessezentrumGraz StandH21-H22 ZAPPAR HOLEN Video ansehen ZAPPAR HOLEN Video ansehen um intelligente Glascontainer. Dank unserer Projektpartner und Testhaushalte konnten wir hier wertvolle Erfahrungen sammeln. Wiekommendie neuenServices an? Sehr gut! Die Zwischenentleerun- gen werden häufig genutzt und die Projektteilnehmer schätzen die Rückmeldungen über ihr Trenn- verhalten sehr. Sie bekommen auch wichtige Tipps, dass Plastik im Restmüll war zum Beispiel. Dabei ist uns eine positive, lobende Kommunikation wichtig. Wie geht’sweiter? Der Testbetrieb läuft noch bis Juni. Wir werden die Ergebnisse exklusiv bei der Österreichischen Kommunalmesse in Graz am 28. Juni 2019 vorstellen. Ich möchte mich auf diesem Weg sehr herzlich bei allen Partnergemein- den und Teilnehmern bedanken. Wir haben da echte Pioniere mit an Bord. Foto: Stadt Villach/Augstein Fotos: saubermacher

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