UmweltJournal Ausgabe 2019 | 05

2 UmweltJournal /September 2019 Oberflächenbelüfter und Tiefenbelüfter im Einsatz Die OÖ Umwelttage gehen in die vierte Runde A uch heuer wird ein viel- seitiges Programm mit interessanten Experten- vorträgen, praktischen Live-Vor- führungenund zahlreichenFach- ausstellern geboten. Es sind alle Interessierten, die sich zum Thema „Errichtung, Instandhaltung und Sanierung von Rohrleitungsnetzen“ mit Fachleuten austauschen möch- ten, herzlich eingeladen, die OÖ Umwelttage zu besuchen. Der Eintritt ist kostenlos. Die OÖ Umwelttage – eine Erfolgsgeschichte Die Rückmeldungen der letzten Veranstaltungen war so positiv, dass das Organisationsteam be- schlossenhat, dieFachtagungauch heuerwieder durchzuführen. Das Ziel der OÖ Umwelt- tage ist, das Thema der Ver- und Entsorgungsleitungen unseres Landes in den Fokus zu rücken. Durch die erstklassigen Vor- träge und zahlreichen Aussteller werden dem Fachpublikum aktuelle Trends und technische Neuerungen in diesem Bereich präsentiert. Begleitend zu den Fachvorträgen gibt es darüber hinaus praktischeVorführungen, welche die Besucher live mitver- folgen können. So wird Theorie und Praxis optimal vereint. Rund 250 Besucher und mehr als 30Aussteller kamenbe- reits zu den 1. OÖUmwelttagen 2016 nach Pucking. In den dar- auffolgenden Jahren konnten je- weils 500 Besucher und 50 Aus- steller verzeichnet werden. Zusätzlich wird in Zukunft auch verstärkt technischen Schulen die Möglichkeit ge- boten, sich über das Thema „Errichtung, Instandhaltung & Sanierung von Rohrleitungs- netzen“ zu informieren, um eventuelle Berufspotentiale zu erkennen. Bereits im letz- ten Jahr wurde dieses An- gebot von einigen Schulen gerne angenommen. Die 4. OÖ Umwelttage 2019 in Ried Die OÖ Umwelttage fin- den jährlich an einem neuen Standort statt, um die Ver- anstaltung so abwechslungs- reich wie möglich zu gestalten. Somit werden immer wieder neue Regionen angesprochen. Dieses Jahr hat sich das Or- ganisationskomitee für den Veranstaltungsort Ried im Innkreis entschlossen. Das Innviertel positioniert sich als wirtschaftlich attraktive Region. Innovative Unterneh- men, Gemeinden und Institutio- nen bündeln hier ihre Kräfte. Die Fachtagung wird sich jedoch nicht nur auf das Um- feld Innviertel beziehungsweise Oberösterreich beschränken. Viele Aussteller und Fachbesu- cher kommen länderübergrei- fend aus Südtirol, Deutschland oder der Schweiz. Am 25. und 26. September 2019 finden die 4. OÖ Umwelttage in der Messe Ried – Halle 18 statt. I NNOVAT I ONEN … Wertschöpfungskette einer Elektrofahrzeugbatterie #mission2030: Unser Beitrag zur E-Mobilität Laut den aktuellen Zahlen der Statistik Austria sind die Kfz-Neuzulassungen in Österreich im ersten Quartal 2019 um fast elf Prozent eingebrochen. Einzig der Sektor der E-mobilität verzeichnet ein ordentliches Plus von 59 Prozent. B ei einem Anteil von zirka drei Prozent an der Ge- samtmenge der Neuzu- lassungenmag das auf den ersten Blick marginal erscheinen, doch extrapoliertmandiesenZuwachs, werdendieAuswirkungenklarer- sichtlich. Die österreichische Ab- fallwirtschaft steht also vor neuen Herausforderungen, denn was passiert, wenn ein E-Fahrzeug sein Abfallende erreicht? Genau aus diesem Grund beschäftigt sich der Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik an der Montanuniversität schon seit mehreren Jahren mit diesem Thema. Ganz imSinne der Kreis- laufwirtschaft wurden Fragestel- lungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette einer Elek- trofahrzeugbatterie– angefangen bei der Sammlung, über die La- gerung und Sicherheit – bis zum Recycling, abgerundet durch die Themen Reuse, Second Life und EcoDesign, behandelt. Als beeindruckendes Resultat wurde nach sechs Jahren intensi- ver Forschungsarbeit aus einem erst im Labormaßstab existieren- den Prozess, und zwei weiteren Jahren Entwicklungsarbeit für das Upscaling, im Rahmen des Projekts eMPROVE ein indust- riell umsetzbarer Recyclingpro- zess für Lithium-Ionen-Batterien entwickelt. Dieser wurde Mitte 2018 in Bremerhaven durch die Firma Saubermacher bezie- hungsweise deren Tochterfirma Redux realisiert. Die Anlage verarbeitet sämt- liche Arten von Lithium-Ionen- Batterien und verfügt über eine Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr. Mit dem innovativen, mehrstufigen Verfahren können Recyclingquoten von 60 bis 70 Prozent erreicht werden. Die- se liegen damit bei weitem über den gesetzlichen Zielwerten (in Österreich und Deutschland, bei 50 Prozent). In den nächsten Jahren wer- den laut Studien etwa 2.000 bis 3000 Tonnen Lithium-Ionen- Batterien pro Jahr erwartet. Mit prognostizierterTendenzab2020 stark steigend. Dennoch, mit die- ser noch überschaubaren Menge anzuverwertendemMaterial lässt sich eine Großanlage nicht wirt- schaftlichbetreiben. Deshalb setzt die Anlage auf die Möglichkeit zwischen der Verarbeitung von herkömmlichen Gerätebatterien und Lithium-Ionen-Batteriern wechseln zu können. Wieder- gewonnene Endprodukte sind Aluminium, Kupfer, Eisen und ein Konzentrat reich an Kobalt, Mangan und Nickel. Die Batte- rien werden vor dem Recycling entladen und die so gewonnene Energie in das betriebseigene Netz rückeingespeist. Alles wert- volle Beiträge zur Reduktion von klimawirksamemKohlendioxid. Mit diesem erfolgreichen Recycling kann der ökologische Rucksack, den Lithium-Ionen- Batterien durch ihre Produktion bereits in die Nutzungsphase mitbringen, maßgeblich entlas- tet und die Elektromobilität mit gutem Gewissen vorangetrieben werden.Zusätzlichreduziertman die Gefahr, dass verbrauchte LIB in der falschen Recyclingroute landen oder auf illegale Art und Weise verfrachtet und unter geringen bis nicht vorhandenen Umweltschutzmaßnahmen de- poniert, beziehungsweise in die Umwelt eingebracht werden. Dank der Förderung der FFG und des KLIEN-Fonds und den Begleitern der ersten Stunde wie Saubermacher war es mög- lich dieses langwierige Projekt zu finanzieren und umzusetzen. Belohnt wurde das ganze Team für sein jahrelanges Engagement, als erstes abfallwirtschaftliches Forschungsthema überhaupt, durch die Nominierung zum Staatspreis 2018 in der Kategorie Umwelt- und Energietechnolo- gie und konnte sich somit gegen 124Mitbewerber durchsetzen. Doch das optimale Ziel ist noch nicht erreicht. Als kritisch eingestufteRohstoffewieLithium und Kohlenstoff werden bislang aus wirtschaftlichen Gründen vernachlässigt, der Verbleib der restlichen (Lithium-Ionen-)Bat- terien, die nicht in der Sammlung landen, sowie die Entwicklung von innovativen Brandschutz- konzepten imFalleeinesLithium- Ionen-Batteriebrands sind nach wie vor offen. Hier herrscht defi- nitivnochForschungsbedarf nach neuenLösungsansätzen. Foto: OÖ Umwelttage 1: Bettina Rutrecht | Studium Industrielle Umweltschutz- und Verfahrenstechnik an der Montanuniversität Leoben | Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrsuhl AVAW | Leuchtturmprojekt eMPROVE | Fachschwerpunkt: Future Waste, Batterierecycling | 2: 3D Modell der Batterierecyclinganlage in Bremerhaven. | 3: Überreichung der Nominierungsurkunde. vlnr LR Hans Seitinger, Therese Schwarz Bettina Rutrecht, Prof. Roland Pomberger und Generalsekretär des BMNT Josef Plank 1 2 3 Fotos: Montanuniversität Leoben

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