UmweltJournal Ausgabe 2019 | 05

September 2019/ UmweltJournal 5 Elektrogerät von heute ist Rohstoff von morgen Keine Kreislaufwirtschaft ohne Konsumenten Ohne Mitwirken der Konsumenten kann Kreislaufwirtschaft nicht funktionieren, wie das Sammler und Recycler von Elektroaltgeräten UFH jetzt betont. Der Umweltpionier ruft auf: „Ihr defektes Elektrogerät ist der Rohstoff von morgen!“ D ie meisten kennen das: Ein altes oder defek- tes Gerät wird oft im Keller oder der Garage gelagert und zum Teil immer noch be- nutzt, wenn Gäste kommen oder Feiern anstehen. Was al- lerdings für den Konsumenten kaum einen Wert mehr hat, ist in der Industrie durch die Rückführung der Rohstoffe von hoher Bedeutung. „Nur wenn die Konsumenten ihre Elektro- altgeräte zum Händler zurück- bringen oder bei Sammelstellen entsorgen, können sie recycelt und die wertvollen Rohstoffe wieder eingesetzt werden“, be- tont Marion Mitsch, Geschäfts- führerin von UFH. „Ein ein- ziges unsachgemäß entsorgtes FCKW-Kühlgerät verursacht eine CO 2 -Belastung von über einer Tonne“, rechnet sie vor. Das österreichische Unter- nehmenUFHsammelt und recy- celt dabei seit mehr als 25 Jahren Kühlgeräte, Elektrogroß- und Elektrokleingeräte, Bildschirme, Gasentladungslampen, Batterien und Photovoltaikmodule, deren Einzelteile als Rohstoffe der In- dustrie zugeführt werden. „Ursprünglich war UFH nur mit dem Recyceln und Auf- bereiten von Kühlgeräten be- traut, doch das System wurde laufend weiterentwickelt. So Neue Präzisions-Rotoren für Altholz-Recycling 50 Tonnen Recycling-Altholz pro Stunde Wagner Magnete bringt größten Nichteisenscheider der Firmengeschichte auf den Markt. E in Nichteisenscheider (NE-Scheider) mit be- sonderen technischen Neuerungen ist die Antwort von Wagner Magnete auf die immer größeren Produktströme in der Altholz- und Sperrmüll- aufbereitung. Der neue Wirbel- stromscheider mit exzentrisch gelagertem Rotorsystem kann dank neuer, ausgefeilter Aus- wuchttechniken jetzt auch mit einer Arbeitsbreite von 3,0 Me- tern gebaut werden und läuft ebenfallsmit einer Rotordrehzahl von 3.000 Umdrehungen in der Minute. Mit der sehr hohen Pol- wechselfrequenz kann der fünf TonnenschwereNE-Scheiderbis zu 50 Tonnen Recycling-Altholz pro Stunde verarbeiten, ohne den Stoffstrom teuer und aufwändig auf zwei Linien verteilen zu müs- sen. Die neue Wagner-Techno- logie der Baureihe 0429 ist der bislang größte NE-Scheider, den derMaschinenbauer ausHeimer- tingen (Allgäu) auf den Markt gebracht hat. Wagner-Magnet- technik ist weltweit in Altholz- Aufbereitungsanlagen zu finden. „DiePräzisionsrotorenunserer neuen NE-Spitzentechnologie steigern den Durchsatz um satte 50 Prozent gegenüber den bis- herigen Standardmaschinen mit 2.000 Millimetern Arbeitsbreite. Dank der großen Arbeitsbreite ist es nun nicht mehr notwendig, den Massestrom zwischen den Aggregaten aufzuteilen – Engstel- sammeln und verwerten wir heute defekte Elektrokleingerä- te, Bildschirme, Gasentladungs- lampen, Batterien und Photo- voltaikmodule, Verpackungen und natürlich nach wie vor Kühlgeräte“, erklärt Geschäfts- führerin Marion Mitsch die Leistungen von UFH. Vorreiter in der Circular Economy Heute betreibt UFH in Kema- ten/Ybbs eine der modernsten Recyclinganlagen Europas, wo bereits über zwei Millionen Kühlgeräte zerlegt und recy- celt wurden. Die daraus ge- wonnen, wertvollen Rohstoffe wie Aluminium, Eisen, Kupfer oder Kunststoff werden im An- schluss aufbereitet, sodass sie wieder dem Wirtschaftskreis- lauf zugeführt werden kön- nen. Diese Sekundärrohstoffe werden primär auf der eigenen Online-Handelsplattform Se- contrade angeboten. Ohne Mitwirken der Konsu- menten jedoch könne Kreislauf- wirtschaft nicht funktionieren, weiß Mitsch. Insgesamt gibt es 2.300 kommunale Sammelstel- len in 100 österreichischen Be- zirken,beidenenElektroaltgeräte und defekte Batterien kostenlos abgegeben werden können. „Nur wenn die Konsumenten ihre Elektroaltgeräte zum Händler zurückbringen oder bei Sammelstellen entsorgen, können sie recycelt und die wertvollen Rohstoffe wieder eingesetzt werden.“ Marion Mitsch, UFH I M K R E I S L AU F len,Einschnürungenundkritische Störkonturen in der Materialfüh- runglassensichsomitvermeiden“, sagtWolfgangWagner,Geschäfts- führer vonWagnerMagnete. Effektive Eisen- und NE-Abscheidung Zunächst ziehen Wagner-Mag- netabscheider das grobe Eisen aus dem Materialstrom, damit Mühlen das Holz zuHackschnit- zeln zerkleinern können. Starke Magnettrommeln mit Selten-Er- den-Magnetmaterial entfernen anschließend alle beim Zerklei- nern frei werdenden Nägel und Schrauben, anschließendwerden die Hackschnitzel einer NE-Me- tallabscheidung zugeführt. „Der Wirbelstromscheider wirft alle störenden Nichteisen- metalle aus – beim Altholz sind das insbesondere Möbelbeschlä- ge aus Aluminium, Messing und Zink sowie Aluminiumprofile- undGriffeausaltenHolzfenstern. Die Metalle können gewinn- bringend verkauft werden und sind somit eine wichtige Kom- ponente, um Anlagen wie diese profitabel zu betreiben“, erklärt Wagner.DievonMetall befreiten Holzhackschnitzelwerdenhäufig von Spanplattenwerken weiter- verarbeitet.DerenVorgaben sind streng: Um die Herstellprozesse nicht zu beeinträchtigen, muss der Metallanteil im gelieferten Holz extremniedrig sein. Die Vorteile des Nicht- eisen-Scheiders sind vor allem: Eine wartungsarme Ausführung, ein exzentrisches, einstellbares Polrad, die sehr große Tiefen- wirkung, größtmögliches Ma- gnetvolumen, hochkoerzitives Magnetmaterial, eine schnelle Polwechselfrequenz und die effektive Resteisenabscheidung durch die vorgeschaltete Neo- dym-Magnettrommel. Ein Nichteisenscheider mit besonderen technischen Neuerungen ist die Antwort des Heimertinger Maschinenen- bauers Wagner Magnete auf die immer größeren Produktströme in der Altholz- und Sperrmüll- aufbereitung. Für Wagner ist es die bislang größte Maschine dieser Art, die am Stammsitz im Unterallgäu entwickelt und gebaut wurde. Fotos: Wagner Magnete Fotos: UFH

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